Panel Radio-Sprechen-Hören

 Radio-sprechen-hören

Aktuelle sprechwissenschaftliche Forschungen zu Moderation und Nachrichten im Radio

Radiohören ist Teil einer Alltagskultur – es gehört für viele Menschen zum Tag und begleitet sie durch verschiedene Situationen und Stimmungen. Die meisten Menschen haben (einen) Lieblingssender oder wissen, welchen Sender sie auf keinen Fall hören wollen. Dafür können mehrere Faktoren ausschlaggebend sein: Musikauswahl oder -rotation, die Ansprechhaltung der Moderatoren ihren Hörern gegenüber, Regionalität der Nachrichten, Wortanteil und Kulturtipps, dialektale oder umgangssprachliche Markierungen, Soundprocessing etc.
Im Panel werden aktuelle sprechwissenschaftlich-empirische Forschungsarbeiten vorgestellt, die sich anhand von Moderation und Nachrichten mit Fragen zu Identität, Authentizität, Angemessenheit und Formatspezifik im Radio befassen.
Zielgruppenorientierte Radiomoderationen sind aus Hörersicht für die Erzeugung einer Senderidentität und einer langfristigen Hörerbindung zentral.  Anhand von Sendervergleichen (80 deutschsprachige Radiosender) wird untersucht, wie sich die Zielgruppenorientierung von Moderationen thematisch-konzeptionell sowie sprachlich und stimmlich-sprecherisch zeigt.  Darüber hinaus werden Hörer danach befragt, von welchem Sender sie sich angesprochen fühlen, ob sie sich zum jeweiligen Senderpublikum zugehörig fühlen und wie sie als Stammhörer eines bestimmten Senders die Merkmale „ihres“ Senders beschreiben bzw. wie sie diesen von anderen Sendern abgrenzen. Dabei spielen Habitus und Geschmack eine wichtige Rolle.
Formatspezifische Radionachrichten: Nachrichten sind seit den Anfängen des Hörfunks in Deutschland konstitutive Bestandteile jedes Radiosenders bzw. -programms. Obwohl sie stärker standardisiert sind als Moderationen lassen sie sich nicht allein auf ihre reine Informationsfunktion reduzieren. Denn der Sprechstil von Radionachrichten ist vom Wandel des Hörfunks nie unbeeinflusst geblieben, sondern orientiert sich durchaus an (vermuteten) Hörerwünschen und -vorlieben. Vor dem Hintergrund von zielgruppenspezifischer Formatierung von Radiosendern sowie radiomarktwirtschaftlicher Entscheidungen über Angebot und Produktionsbedingungen von Radionachrichten wird untersucht, wie Nachrichten zielgruppenadäquat geschrieben und gesprochen werden können.
 

Ablauf

Samstag, 03.10.2015 | 9:00 bis 10:30 Uhr | Pause | 11:00 bis 12:30 Uhr

 

Block I (Samstag, 9:00 bis 10:30 Uhr) | Kurzvorträge mit Impulsdiskussionen

Teil 1: Moderation

  • „Die Welt geht unter, aber wir moderieren weiter“ – Radio-Moderationen zum Thema „Weltuntergang“ im Sendervergleich (Clara Luise Finke)
  • „Warum ich bei SAW immer denke, die reden Bullshit“ – Angemessenheitskriterien bei jungen Radiohörern (Grit Böhme)

Teil 2: Nachrichten

  • Wie klingen Radionachrichten? Formatspezifischer Sprechstil von Nachrichten (Anna Schwenke)
  • Sprechstil und Formatanpassung von vorproduzierten Nachrichten im Privatradio (Katja Dietrich)

Block II (Samstag, 11:00 bis 12:30 Uhr) | Workshop mit Diskussion

  • Inszenierte Mündlichkeit im Radio. Sprechmuster und Hörgewohnheiten. (Workshop; 60 min; Leitung: Sonja Kettel)
  • Beispiele laufender Qualifikationsarbeiten zu Moderation und Nachrichten im Radio mit Diskussion (30 min)

 

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