Panel Sprecherziehung für Schauspieler/innen

Im Rahmen der Schauspielausbildung haben Sprecherzieher/innen eine besondere Funktion: in der Regel wird im Einzelunterricht in den Grundlagen ausgebildet, die sprecherzieherische Arbeit geht aber darüber hinaus und hat ebenso ihren Platz in der Begleitung der Projektarbeit. Doch wie sollte heute die Sprecherziehung an Schauspielschulen ausgerichtet sein? Von angehenden Schauspieler/innen wird nunmehr eine stilistische Vielfalt erwartet – vom Performer, dem das Selbst (und auch seine Stimme) als Material dient, bis zum Schauspieler, der/die versgebundene Literatur aufführen kann. Was heißt es eigentlich für die sprecherzieherische Arbeit, wenn die Texte auf der Bühne medial gesprochen werden? Wie erarbeitet man eigentlich das Sprechen von „Textflächen“? Einige Forschungsprojekte beschäftigen sich mit der Neujustierung der Aufgaben in der Sprecherziehung, ausgehend von theaterästhetischen oder anthropologischen Beobachtungen.

Wir laden ein zum Austausch und zur Diskussion zu folgenden Aspekten

  • Medialität

Welche Medienästhetiken erwarten angehende Schauspieler/innen? Wie kann innerhalb der Sprecherziehung eine künstlerische Medienkompetenz ausgebildet werden?

  • neue Ästhetiken

Vor welche Herausforderungen ist die sprecherzieherische Arbeit mit neuen Ästhetik gestellt? Wie kann hier jeweils der Umgang mit Stimme, Person, Text, Emotion etc. erarbeitet werden?

  • Transfer

Wie kann innerhalb der Institution von Schauspielschulen der Transfer zwischen den einzelnen Fächern erfolgen? Welche Beispiele gibt es eines guten Ineinandergreifens verschiedener Fächer?

  • Normativität vs. Methodenwandel

Das Selbstverständnis der Sprecherziehung beruht auf einer Pädagogik, die zum Handwerk des Sprechens hinführt. Wie ist dieses Handwerk des Sprechens zu denken und zu lehren?

  • Internationale Impulse

Sprecherzieherische Traditionen sind auch in ihrer Organisationsform (Ausbildung von Praktiker/innen, Verbände) noch recht Nationen- bzw. Sprachgebunden. Nicht zuletzt fordern auch kulturübergreifende Theateransätze dazu auf, die sprecherisch-stimmliche Ausbildung auch anderer Kulturen in den Blick zu nehmen. Welche Impulse können wie aufgenommen werden?

Ziel des Panels ist es verschiedene Positionen sichtbar zu machen, wie sich die Sprecherziehung an Schauspielschulen ausrichten kann.

Ablauf

PANEL: Aspekte der Sprecherziehung an Schauspielschulen

 Donnerstag, 1. Oktober 2015

Block 1 (Donnerstag, 14:00 – 15:30 Uhr)

Begrüßung

Julia Kiesler, Claudia Rastetter (Bern)

„Methoden der sprechkünstlerischen Probenarbeit im zeitgenössischen deutschsprachigen Theater“

(Vortrag: 60 min. inkl. Videobeispielen und Diskussion)

Eva Maria Gauß (Marburg)

„Die Körperpraxis der Sprechbildung erforschen – methodische Überlegungen“

(Vortrag: 25 Min inkl. Diskussion)

 

Block 2 (Donnerstag, 16:00- 17:30 Uhr)

Georg Verhülsdonk (Köln)

„Körper und Klang als Spielraum des Schauspielers –

Die „Lichtenberger Methode“ in ihrer Anwendung für die Sprecherziehung in der Schauspielausbildung“

(Praxis-Vortrag: 60 min. inkl. Arbeitsdemonstration und Diskussion)

Stefanie Köhler (Frankfurt)

„Die Stimmkugel – Eine Systematik zur Artikulation“

(Vortrag: 30 Min. inkl. Diskussion)

Freitag, 2. Oktober 2015

 Block 3 (Freitag, 11-12:30 Uhr)

Martina Haase,

Anna Wessel, Tim Schüler (Halle)

„Sprechkunst als akademische Disziplin und das zeitgenössische Theater.“

(Vortrag: 60 min. inkl. Videobeispielen und Diskussion)

Regine Porsch (Graz)

„Veränderte Theaterlandschaft – anderes Curriculum?“

(Vortrag: 30 min. inkl. Diskussion)
 

 Block 4: Impulsdiskussionen (Freitag, 14:00 – 15:30 Uhr)

(=5-15 min. Statement zur Diskussionseröffnung, dann gemeinsame Diskussion)
Silke Rüdinger (Frankfurt)

„Fächerübergreifende Tandems – ein Projektbericht“

Onno Grohmann (Hannover)

Sprecherziehung und Spielfreude. Überlegungen zu Methodik und szenischer Betreuung“ 

Franziska Trauselt (München)

„Sprecherziehung an Schauspielschulen – ein Erfahrungsbericht aus dem Berufsalltag“

Wanja Kröger (Zürich)

„Voice and Speech in the Arts – ein Netzwerk in Gründung“

Block 5 (Freitag 15:45-17.45 Uhr)

Barbara Schmalz-Rauchbauer (Salzburg)

„Stimmarbeit nach Kristin Linklater“

(Workshop 120 min.)


Block 6 (Freitag 20:00-21:00 Uhr)

Marburger Filmkunsttheater_KAMERA, Steinweg 4

Anton Rey (Zürich)

„Disembodied Voice“ Filmpräsentation und Bericht: Forschungsprojekt an der ZHDK Zürich
 

Samstag, 3. Oktober 2015

Block 7 (optional, bei ergebnisorientiertem Gesprächsbedarf)

9:30-11 Uhr

 

Abschlussdiskussion im Format des “World-Cafés” = Themen-Tische mit Ergebnissicherung

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